Juni 3, 2022

Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur ortsunabhängigen Architektin und Gründerin von ‘Business in der Handtasche’

Kurz vor meiner Einschulung lässt meine Familie ihr altes Leben hinter sich und ich habe genug von größeren Veränderungen. Sollen alle durch die Welt ziehen – ich würde zu Hause bleiben! Doch was tun, wenn auf einmal die Seefahrer-Gene mein geordnetes und sehr ortsgebundenes Leben als Architektin durcheinander wirbeln? Die normale Art zu arbeiten, passt auf einmal nicht mehr zu mir – oder hatte sie noch nie gepasst und ich habe es erst irgendwann auf dem Weg gemerkt? Ganz nach dem Motto der Baustellen-Komödie “Was nicht passt, wird passend gemacht” fange ich an, mein Business so gestalten, dass es sich an meine Bedürfnisse anpasst und nicht umgekehrt.  

  1. bis 1981: Allein unter Seeleuten… Irgendwo auf dem Weg von Polen nach Afrika beschließen meine Eltern, ab sofort gemeinsam durchs Leben zu gehen. Sie befinden romantischer Weise gerade auf einem Kreuzfahrtschiff – allerdings nicht als Gäste, sondern als Besatzung. Dass ich wahrscheinlich nicht in ihre Fußstapfen treten und später auch zur See fahren würde, zeigt sich, als ich mit 4-5 Jahren meinen Vater für einige Stunden auf See begleite. Und um es kurz zu machen: Es war ziemlich stürmisch und für meinen kleinen Magen eindeutig viiiel zu bewegt. 

Mag das Seefahrer-Leben meiner Eltern auch lustig sein, ich male lieber und bin auf festem Untergrund.

  1. Mitte 1981: Adieu Stettin, hallo Düsseldorf Wie fast jedes Jahr, fahren meine Mutter und ich im Sommer zu meiner Oma in den Ruhrpott. Bis auf den Umstand, dass nun auch meine kleine Schwester auf der Welt und mit dabei ist, scheint alles wie immer – mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass wir für einige Jahre nicht mehr nach Stettin zurückkommen werden. Meine Eltern trennen sich und wir drei “Mädels”  ziehen nach Düsseldorf. Ich komme in die Schule, lerne Deutsch und finde neue Freunde. Mein Bedürfnis nach Reisen und Veränderungen ist fürs Erste gründlich gedeckt.  

  1. Mitte/Ende der ‘80-er Jahre: Körper, Geist und Heilung Ich komme das erste Mal bewusst mit der Vorstellung in Berührung, dass wir unser Leben aktiv beeinflussen können, und zwar mit unseren Gedanken. Nach einer ziemlich beunruhigenden Diagnose liest sich meine Mutter tief in dieses Thema ein und teilt ihre neuen Erkenntnisse sehr freigiebig uns. Für meine Schwester und mich vielleicht etwas zu freigiebig ;o) Doch, was uns als Kinder manchmal die Augen verdrehen lässt, bestätigt sich später immer wieder in meinem Leben: Wir sind tatsächlich in der Lage, unser Leben zu verändern und es aktiv zu gestalten. Meine Mutter ist dabei für mich bis heute der beste Beweis.

  1. 1994: Als Architektin die Realität verändern: In der Architektur finde ich die perfekte Schnittmenge aus Kunst und Mathe. Beides fällt mir in der Schule leicht. Und während ich eigentlich fürs Abi lernen sollte, erstelle ich Zeichnungen für meine Bewerbungsmappe, bestehe den Eignungstest der Uni Wuppertal und freue mich auf meinen lang geplanten Sri Lanka-Urlaub, den ich mir selbst zum Abi schenke. Sehr spannend finde ich heute, dass ich damals schon einen Beruf gewählt habe, wo ein Prozess im Vordergrund steht: Eine Idee zu entwickeln, sie durchzuplanen und dann in die Realität zu bringen – nichts anderes mache ich heute als Coach mit meinen Kundinnen.

  1. 2001: Was will ich sein: sicher oder frei? Kaum habe ich das Diplom in der Tasche, stehe ich auch schon vor der Wahl: Suche ich mir einen sicheren Angestelltenjob oder arbeite freiberuflich? In einem Anfall von großem Sicherheitsbedürfnis bewerbe ich mich auf eine Stelle im Bauamt – spätere Verbeamtung inklusive. Schon während des Bewerbungsverfahrens fühle ich mich total fehl am Platz. Doch die Zeiten für Architekten sind da gerade nicht besonders rosig und mein Verstand wird nicht müde, mir die Idee schmackhaft zu machen. Noch Jahre später schüttele ich über diese Aktion den Kopf und bin sehr dankbar, dass ich die Stelle damals nicht bekommen und mich stattdessen selbstständig gemacht habe.

  1. ab ca. 2006: Alles scheint toll… jedenfalls von außen betrachtet. In mir regt sich jedoch ein erstes Störgefühl. Erst leise und zart, aber dann immer lauter und schließlich unüberhörbar – irgendwas stimmt da eindeutig nicht. Ich arbeite an interessanten, abwechslungsreichen Projekten. Im Team restaurieren wir alte Vierkanthöfe und Schlösser. Wir bauen Kindergärten und begleiten Familien in ihr neues Zuhause. Ich bin gerne auf Baustellen, komme gut mit den Handwerkern klar und finde immer wieder Lösungen, wenn etwas Neues und Unerwartetes auftaucht. Alles tofte so weit – und trotzdem reicht mir das nicht mehr. Ich frage mich, ob das nicht Jammern auf hohem Niveau ist. Und vielleicht ist es das! Doch, wen interessiert’s! Nur, weil etwas gut ist, heißt es nicht, dass es nicht so richtig geil werden darf! Vorher hatte mir gereicht, für 2-3 Wochen in den Urlaub zu fahren. Auf einmal bricht ein Fernweh durch, das mir bisher so völlig unbekannt war. Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ich arbeite an Immobilien und diese sind, wie der Name schon sagt, eben nicht mobil. Genauso wenig, wie ich selbst…

Wer als Architekt was auf sich hält, ist ernst und trägt Rollkragenpullover in einem fröhlichen Schwarz ;o)

  1. 2007: Da ist doch mehr – aber wie komme ich da dran!? Ich mache Yoga und beschäftige mich mit Meditation. Ich entdecke die Stille für mich – vielleicht auch als Gegenpol zum Ausgehen. Denn in dieser Zeit liebe ich es, lange und ausgiebig tanzen zu gehen.

  1. 2009: Feng-Shui – Wieso fühlen wir uns in einigen Räumen sofort wohl und mit anderen werden wir einfach nicht warm, auch wenn augenscheinlich nichts Unangenehmes zu erkennen ist? Diese Frage führt mich zu meiner Feng-Shui-Fortbildung. Mir ist vollkommen klar, dass es in Wirklichkeit viel mehr mit Energie als mit der Architektur zu tun hat. Um es aber meinem analytischen Verstand schmackhaft zu machen, verbuche ich das Ganze für ihn als berufliche Fortbildung und freue mich innerlich auf eine Reise, von der ich weiß, dass sie sehr viel tiefer gehen wird

Von nix kütt nix – Wichtiges wie Wünsche versende ich per Luftpost!

  1. 2010: Ein ganz besonderer Ort. Fast als Bestätigung zu meinem Feng-Shui- Entschluss folgt ein Erlebnis, an das ich oft zurückdenke: Ich mache eine Städtetour nach Brügge und der Beginenhof dort haut mich einfach von den Socken. Er ist schlicht und klar und auf einmal habe ich eine Gänsehaut, weil der Ort so voller Energie ist. Die nächste wichtige Frage treibt mich um: Wie wäre es, wenn wir jeden Tag in einer Umgebung leben würden, die uns regelrecht mit Energie auftankt, uns stärkt und heilt?

  1. 2011: Sinnkrise, Wanderung und Schicksal – Zwischen Freiheit und Sicherheit – was tun? Die Welt bereisen oder doch besser vernünftig sein und an Ort und Stelle bleiben. Ich buche eine Wandertour von der Schweiz nach Italien und genieße die Weite und die Stille in der Natur. Zum Ausklang der Wanderung hänge ich noch 2 Tage in Lugano an. Und während ich abends im Restaurant sitze und die Eindrücke meiner Reise noch einmal an mir vorbeiziehen lasse, quatscht mich der Kerl vom Nebentisch an – Dirk, mein späterer Mann, hat soeben die Bühne meines Lebens betreten. Er arbeitet weltweit, befindet sich jedoch gerade zwischen zwei Projekten in Europa. Wir hatten ein Zeitfenster von nicht ganz 2 Tagen, um uns zu begegnen

  1. 12-2011: Weihnachten in Kasachstan. Mein Business geht das erste Mal für längere Zeit mit mir auf Reisen. Hatte ich vorher noch gedacht, dass berufliche Veränderung bedeutet, sich eine andere Stelle zu suchen, denke ich nun das erste Mal darüber nach, dass es gar nicht das WAS ist, was mich an meiner Tätigkeit stört, sondern das WIE. Mich störte, dass ich trotz meiner Freiberuflichkeit nicht richtig frei war, dass ich nicht reisen konnte. Doch warum eigentlich nicht, fragte ich mich. Weil ich mich nach ungeschriebenen Regeln gerichtet hatte. Nach scheinbaren Vorgaben, wie “man es so macht”. Ab da arbeitet es in mir, wie es auch anders sein könnte. Ich frage mich: Was kann ich weglassen, weil ich es eh nicht mag? Welche Arbeit muss ich abgeben, weil sie über die große Distanz einfach nicht funktioniert oder meine Anwesenheit erfordert? Was darf stattdessen in mein Business-Leben kommen?

Wir geben alles, um in Kasachstan nicht als Touristen aufzufallen… ;o)

  1. 09-2012 Unter der Haube in Bellagio. Dirk und mir ist klar, wir bleiben zusammen – warum also nicht gleich heiraten?! Gesagt, getan. Keiner von uns will in seiner Heimatstadt heiraten und so fällt unsere Wahl auf Bellagio in Italien – hier sind wir öfter mit dem Motorrad gewesen, hier gefällt es uns beiden. Wieder haben wir ein enges Zeitfenster, um alles zu planen. Wie regeln so viele Formalitäten wie möglich per Mail und Telefon, den Rest klappern wir in Dirks kurzem Urlaub ab. Während andere Paare gefühlte Ewigkeiten mit der Frage nach Location, Menü, Deko, Karten etc. verbringen, legen wir alles quasi im Vorbeigehen fest. Jeder Hochzeitsplaner wäre stolz auf uns – oder würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, je nach persönlicher Belastbarkeit ;o)

  1. 2013-2016: Vereinigte Arabische Emirate und Oman… Mein Business geht nun immer häufiger und länger mit mir auf Reisen. Ich genieße es, längere Zeit an einem Ort zu sein und Land und Leute näher kennenzulernen. So bekomme ich viel mehr mit als “normale” Touristen, die alles eher an der Oberfläche erleben. Immer wieder optimiere ich mein Business und die Arbeitsabläufe darin. Unvorhergesehene Herausforderungen sind meine ständigen Begleiter: Ich merke, wie tückisch die Zeitverschiebung sein kann und dass der freie Freitag im islamischen Umfeld gut geplant sein will, damit er nicht mit der europäischen Woche kollidiert. Und ich merke, dass die Handwerker in Deutschland häufig nicht ans Telefon gehen, weil sie wohl hinter meiner ausländischen Telefonnummer ein indisches Call-Center vermuten.

  1. 2017-2019: Wie ein Zugvogel – jede Saison an einem anderen Ort. Die Idee vom Zugvogel entwickelt sich langsam in mir. Die vielen Plätze, an denen ich zeitweise lebe, machen mir bewusst, wie unterschiedlich ihr Einfluss auf mich ist: Ein Ort am Meer hat eine völlig andere Atmosphäre als einer am See und das Leben in einer Großstadt fühlt sich gänzlich anders an als das in einem Dorf. Doch sie alle haben ihren Reiz und inspirieren mich auf andere Weise. Ich wünsche mir drei Orte, wo ich saisonal abwechselnd wohnen kann. Welche Orte genau, das möchte ich möglichst bald erkunden. 

  1. 2019: Mein erster Online-Kurs zwischen Seoul und Tokio. Nach etlichen Gesprächen und beantworteten Fragen wie genau ich denn arbeite, konkretisiert sich für mich die Idee heraus, mein Wissen als Coach weiterzugeben und mir damit ein zweites, nun vollkommen ortsunabhängiges, Business aufzubauen. Die Gelegenheit ist günstig, ich komme gerade aus Seoul zurück und erstelle meinen ersten Online-Kurs – gemeinsam mit einer ganzen Gruppe von Frauen. Jede erstellt ihren neuen Kurs. Es ist aufregend und anstrengend zugleich. Die Arbeit mit meinen Teilnehmerinnen ist großartig und doch fehlt mir noch ein bestimmter Aspekt in meinem Kurs: Es fehlt mir der intuitive, ganzheitliche Teil – noch sind für meinen Geschmack zu viele Produktivitäts-Tools enthalten.

Der Stadtkanal in Seoul – hier sitze ich lieber,
um etwas zu schreiben als im Coworking-Space.

  1. 2020: Geist über Materie mit Higher Love – Gerade noch rechtzeitig, bevor die Welt Kopf steht, habe ich den Impuls, mir selbst ein besonderes Geburtstagsgeschenk zu machen: Dr. Joe Dispenza, dessen Hörbücher mich oft auf den langen Flügen begleitet haben, führt im Januar ein Retreat in Dubai durch. Die tiefen und intensiven Meditationen und Einsichten während dieser Woche zeigen mir, dass mir genau dieser Part gefehlt hat. Ich möchte Menschen zeigen, wie sie ihr Business aus ihrem tiefsten Inneren heraus aufbauen, wie sie alles hinterfragen und das, was nicht zu ihnen passt, ablegen. Wie sie dem Autopiloten und dem Hamsterrad Adieu sagen und ihr Business und damit ihr Leben bewusst gestalten.

Jedes Event läuft unter einem eigenen Motto – Higher Love finde ich sehr passend

  1. Heute: Alles fällt auf den richtigen Platz. Wenn ich mir meinen Weg bis heute so angucke, dann staune ich und bin unglaublich dankbar, wie wundervoll alles zusammenpasst – auch wenn es nicht immer danach ausgesehen hat. Ich schreibe diesen Blogbeitrag gerade als Teil der Blog-Challenge von Judith Peters, über die ich so gerade noch rechtzeitig gestolpert bin und blicke dabei auf den See und die Berge im Tessin. So viele großartige und offene Menschen sind mir bisher begegnet und haben meine Welt bereichert. ‘Business in der Handtasche’, mein begleitetes Programm für Solopreneurinnen, ist entstanden. Alles, was ich gelernt habe, um ein selbstgebautes Business-Hamsterrad zu überwinden und das eigene Business seine Bedürfnisse anzupassen und aktiv zu gestalten, ist da hineingeflossen. Und zu guter Letzt: dieser Blog hier ist dabei, zu wachsen! Möge er dich und alle Leser dazu inspirieren, zu erkennen, was alles möglich ist, wenn du dich auf deine persönliche Reise begibst und dich fragst: Wie will ich es haben? Wie will ich mich in meinem Business fühlen? Und wie kann ich das alles für mich wahr werden lassen?
über die Autorin

Vor über 10 Jahren, damals war ich noch rein offline als Architektin tätig, änderte sich meine Perspektive auf mein Business: Anstatt mich an mein Business anzupassen, stellte ich mich ins Zentrum meines Solobusiness und passte alles Schritt für Schritt dem an, wie sich mein Business-Alltag für mich anfühlen sollte.

So habe ich es geschafft, jetzt schon mein Lieblings-Leben zu führen. Wie das auch für dich möglich ist, zeige ich dir in meinem Programm „Business in der Handtasche“.

Mein Wunsch für dich ist: Ein Leben, von dem du keinen Urlaub brauchst.

Wie siehst du das?

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  1. So ein schöner und faszinierender Beitrag. Wow, so ein bewegtes und spannendes Leben. Ich bin gespannt, was jetzt noch alles folgt. Zum Glück können wir nicht durch die Glaskugel schauen – also lassen wir uns überraschen. ☺️🍀

    1. Danke dir, liebe Kerstin! Es freut mich sehr, deine Zeilen zu lesen 🥰
      Ja, das Leben ist ein Spiel und eine Entdeckungsreise… und noch so viel mehr! Ich bin auch gespannt auf alles, was noch kommt und freue mich, dass wir einen Teil unseres Weges zusammen gehen 😊

  2. Hallo liebe Sandara,
    vielen Dank für den tollen Einblick. Architekten tragen schwarze Rollis? Die Grafiker laufen auch in schwarzer Kleidung durch die Gegend. Na ja, zumindest bequemer als Anzüge 😉 Du warst im Dispenza Advanced. Was bin ich neidisch 😉 Ich entdecke ihn uns seine Arbeit seit zwei Jahren und seit letzter Woche ganz intensiv. Ich weiß schon lange, dass wir uns heilen können, meine Spirituelle Lehrerin hat das durch ihre Arbeit immer wieder bewiesen. Und jetzt will ich auch wissen wie es geht.

    Liebe Grüße
    Marita

    1. Liebe Martina,
      ja, ja… die Kreativen haben wohl ein Faible für Schwarz 😁
      Bei dem Retreat von Dr. Joe bin ich echt sehr dankbar, dass ich meinem Impuls gefolgt bin und direkt gebucht habe. Es war ja dann eine ganze Zeitlang Pause, aber mittlerweile finden sie auch wieder außerhalb der USA statt.
      Dr. Joe beschreibt ja schon viel in seinen Büchern – die Woche mit ihm und der Gruppe ist aber wirklich eine wertvolle und intensive Erfahrung 😊 Wenn du es einrichten und teilnehmen kannst, dann wird es bestimmt auch für dich ein unvergessliches Erlebnis.

      Herzlichen Gruß
      Sandara

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